Wie komme ich eigentlich mit dem Fahrrad nach Nepal?

Die Reiseroute nach Nepal

 

Wie soll es eigentlich nach Nepal gehen? Welche Hindernisse gibt es auf dem Weg? Ist die komplette Strecke ausschließlich mit dem Fahrrad zu bewältigen? Alles Fragen die mich in den letzten Wochen des Öfteren erreicht haben. Mit diesem ersten Blog will ich alle offenen Fragen rund um die Reiseroute klären und auf mögliche Risiken oder Probleme, die auf mich zukommen könnten, eingehen. Auch werde ich hiermit einen ersten groben Überblick über meinen Zeitplan geben, der angesichts der vor mir liegenden Distanz jedoch nur vorläufig sein wird.

Mittlerweile liegt die erste Woche seit Reisebeginn hinter mir und ich befinde mich gerade auf Mali Losinj, wo ich die erste Pause dazu nutze Kraft zu tanken und euch mit den neusten Informationen zu versorgen. Im Hinblick auf den Verlauf der ersten Etappe bis hierher bin ich durchaus zufrieden. Knappe 750km sind bereits zurückgelegt und größere Pannen oder Probleme musste ich noch nicht bewältigen.  Doch eines ist mir jetzt schon nach einer Woche sehr bewusst geworden. Es liegt noch ein extrem langer Weg vor mir, bei dem ich mit jedem gefahrenen Kilometer einer mir noch unbekannten Region entgegenfahre. Trotzdem bin ich noch guter Dinge und freue mich auf die kommenden Wochen/Monate, die noch so vieles mit mir Vorhaben werden, was ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht wirklich einschätzen kann. Die gesamte Tour habe ich übersichtshalber in vier große Teilabschnitte unterteilt und werde diese abschnittsweise so gut es mir möglich ist vorstellen.

 

Teil 1: Der Weg in den Orient

Nun stellt sich die Frage wie geht es ab hier auf Mali Losinj weiter. Das nächste größere Etappenziel ist ganz klar Istanbul. Bis dahin soll es von Zadar aus über Split ein kleines Stück durch Bosnien gehen, ehe ich von dort aus durch Montenegro nach Albanien fahre. In Albanien wartet das erste richtige Highlight meiner Tour auf mich, das „albanische Gebirge“. Zwar kommen dort etliche Höhenmeter auf mich zu, jedoch auch eine atemberaubende Landschaft und, wie mir von Freunden zugetragen wurde, auch eine unglaublich gastfreundliche Bevölkerung. Im Anschluss daran wird der Weg laut aktuellem Stand über Nordmazedonien und Bulgarien in die bekannteste Metropole Türkeis, Istanbul, führen. Der Zeitrahmen dafür ist eigentlich sehr entspannt, denn ca. Mitte Juli sollen die restlichen Kilometer bis dahin locker geschafft sein.

 

 

Teil 2: Durch die Osttürkei und den nahen Osten

Wahrscheinlich der Streckenabschnitt, der die meisten von euch und zuerst auch mich am meisten abschreckt. Viel Gutes aus politischer Sicht hört man ja diese Tage nicht aus dieser Gegend um die Türkei und den Iran. Immer wieder gibt es dort politische Unruhen und in letzter Zeit wird Iran erneut mit Urananreicherungen in Verbindung gebracht. Nichtsdestotrotz erwarte ich dort für keine größeren Probleme, sondern vielmehr ein Volk, das versucht sich von dem Image ihres Landes abzuheben und zu distanzieren. Ein Punkt der mir ein wenig mehr Kopfzerbrechen bereitet als die politische Situation ist der Punkt Hitze in Kombination mit Essen- und Wasserversorgung. Nach einer ersten Einschätzung meinerseits wird es streckenweise nötig sein für drei volle Tage Trinkwasser und Essen mitzunehmen. Dabei kommen zusätzlich zu den aktuellen ca. 42-43 kg Gepäck etwa noch einmal 12-15kg on top. Nun aber zur geplanten Strecke. Von Istanbul aus soll es direkt ins Zentrum der Türkei nach Kappadokien gehen, ein Ziel, welches ganz oben auf meiner Liste steht und wahrscheinlich das Einzige meiner gesamten Reise, für welches ich einen Umweg in Kauf nehmen werde. Danach wird mein weiterer Weg mich höchstwahrscheinlich über Georgien und eventuell Armenien in den Iran führen. Im Iran soll es vom im nördlich gelegenen Teheran über Isfahan nach Bandar Abbas gehen, einer Hafenstadt nähe der arabischen Halbinsel. Geplant ist von dort eine Fähre nach Dubai zu nehmen. Die simple Erklärung, warum ich wahrscheinlich nicht durchs Nachbarland Pakistan fahren werde, ist, dass sich zeitweise Touristen aus Sicherheitsgründen nicht frei bewegen dürfen und es damit sehr schwer ist mit dem Fahrrad vorwärtszukommen. Zeitlich will ich vor allem im Iran und der Türkei viel Strecke machen, um die gesamte Distanz in knappen zwei Monaten zurücklegen zu können. Vor allem ab hier fällt es extrem schwer zeitlich zu kalkulieren, da Straßenverlauf und -zustand nicht vorab einzuschätzen sind.

 

 

Teil 3: Durch die Hitze auf der arabischen Halbinsel

Vom bereits angesprochenen Hafen in Bandar Abbas wird es mit einer 24h Fähre nach Dubai gehen. Um dem Plan möglichst die komplette Distanz mit dem Fahrrad zu bewältigen gerecht zu werden, habe ich mir vorgenommen Dubai in Richtung Mascat, der Hauptstadt Omans zu verlassen. Eine im Vergleich zum Rest eher geringe Distanz, wahrscheinlich jedoch die mit der höchsten Temperatur auf meiner Reise. Von Oman aus geht es dann das einzige Mal während der Reise in den Flieger und ja, das Fahrrad kann verpackt in einem Fahrradkarton als Sperrgepäck mittransportiert werden. Nächster Stopp auf der anderen Seite der arabischen See ist Indien, Mumbai. Angesichts der Distanz sollte dies innerhalb einer Woche möglich sein, sofern keine unplanmäßigen Vorkommnisse eintreten.