Gastfreundliches Albanien?

Bisher war mir nur aus Erzählungen eines Freundes bekannt, dass die albanische Bevölkerung äußerst gastfreundlich sein soll. Was das in der Realität bedeutet, durfte ich während meines dreitägigen Aufenthalts am eigenen Leib erleben. Ich war von dem Unterschied zu allen bisher durchfahrenen Ländern so überrascht, dass dafür Bilder nicht ausreichen würden, um zu beschreiben, was sich in diesem kurzen Zeitraum ereignete. Deshalb möchte ich euch in diesem Artikel von meinen Erfahrungen und Begegnungen mit den Einheimischen berichten.

 

Am vergangenen Sonntag, den 03.07, erreichte ich morgens die albanische Grenze und fuhr anschließend bei Temperaturen von bis zu 40°C in die Stadt Milot, die ich am frühen Abend erreichte. Ich war ziemlich geschafft von den knapp 115km des heutigen Tages und entschied mich dafür in der Zeit bis zum Sonnenuntergang in eine Bar auf ein kühles Getränk einzukehren. Es dauerte nicht lange, da war ich auch schon Gesprächsthema und wurde vom Nachbartisch zu einem gemeinsamen Bier eingeladen. Einer von ihnen konnte deutsch und so war es nicht schwer ihnen mein Vorhaben zu schildern. Er ließ es sich auch nicht nehmen extra nach Hause zu gehen, sein Auto zu holen und mir stolz sein deutsches Kennzeichen zu zeigen. Nachdem wir noch ein paar Worte wechselten und das Bier ausgetrunken war, war es Zeit für mich noch einige Kilometer weiterzufahren und auf Schlafplatzsuche zu gehen.

 

 

Am nächsten Tag waren die Temperaturen um die Mittagszeit gefühlt noch einmal ein Stück heißer als tags zuvor und so entschied ich mich abzuwarten, bis die Temperaturen wieder angenehmer waren, um weiterfahren zu können. In der Bar, in der ich Rast machte, bot sich mir das gleiche Bild wie am Vortag. Ich wurde auf mein Fahrrad angesprochen und unterhielt mich mit Gästen und dem Barkeeper. Sie konnten kaum glauben, dass ich es bei den aktuellen Temperaturen so weit geschafft hatte und machten mir den Vorschlag mich zu einem Bach zum Abkühlen mitzunehmen. 5 Minuten später saß ich mit dem Barkeeper und dessen Kumpel im Auto auf dem Weg zu der besagten Wasserstelle. Doch nicht nur das, auch wurde mir dort Salat und Pommes, sowie erneut Bier spendiert. Ich genoss die Abkühlung im Bach und nach knapp 1,5h ging es zurück in die Stadt Burrel. Auf dem Rückweg kam ich nicht drumherum noch die beste Eisdiele des Ortes auszuprobieren, ehe wir nach knappen 2,5 Stunden wieder in seiner Bar ankamen. Dort versuchte ich mich erkenntlich zu zeigen und ihm zu meiner eigentlichen Rechnung hinzu noch etwas mehr Trinkgeld on top zu geben. Daraufhin erklärte er mir allerdings ich wäre sein Gast und nun auch Freund und bestand darauf, dass ich mein Geld behalten sollte und es ein Geschenk seinerseits sei.