Tägliche Routine

Wie der Titel des Blogs bereits verrät, geht es in diesem Beitrag darum, wie mein typischer Tagesablauf aussieht. Ich versuche die wichtigsten Punkte kurz anzusprechen und auf dabei entstehende Schwierigkeiten einzugehen, um das Ganze auch interessant zu gestalten.

 

Zuerst einmal beginnt mein Tag eigentlich nicht anders als man es vom Campingausflug kennt, außer dass es eigentlich nie Sanitäranlagen gibt. Sprich ich putzte meine Zähne mit dem Trinkwasser, welches ich noch übrighabe und versuche es ziemlich sparsam zu benutzen, denn ich weiß nie, wie lange ich noch damit auskommen muss. Falls ich neben einer Wasserquelle gecampt habe, ist es natürlich leichter und ich kann zusätzlich direkt am Zeltplatz noch etwas zum Frühstücken zubereiten (Haferschleim, Pudding, Müsli). Danach verstaue ich alles sorgfältig an seinem richtigen Platz und zurre am Ende den großen Gepäcksack über meine beiden Backroller, ehe ich mich aufs Fahrrad schwinge und die ersten Kilometer zurücklege. Falls ich bis dahin noch nichts gegessen habe, versuche ich eigentlich, sobald es möglich ist einen Supermarkt oder Ähnliches dazu zu nutzen, mich für den Tag zu stärken. Generell brauche ich für alles schätzungsweise etwa bis 10Uhr, sodass der Fahrtag in der Regel nicht wirklich früh losgeht.

 

 

Einmal richtig im Sattel angekommen, geht es zumeist zügig voran, bis mich der Hunger zur Mittagspause zwingt. Wann hängt dabei fast nie von der Uhrzeit oder der Temperatur ab, sondern im Prinzip ausschließlich vom Hungergefühl. Bei ausgiebigem Frühstück kann es schon passieren, dass ich bis auf kurze Trinkpausen durch die Mittagshitze hinweg weiterfahre. Anfangs meiner Reise habe ich eigentlich immer mittags gekocht und praktisch die Pause als aktive Pause genutzt, um mir mein Essen zuzubereiten. 

Mittlerweile koche ich eigentlich nur noch abends am Zelt, da ich da das Rad sowieso abpacke. Dazu aber später mehr. Einige meiner besten Essen bisher seht ihr auf den nachfolgenden Bildern, aber generell ist es meist kein kulinarisches Meisterwerk und dient lediglich dem Zweck satt zu werden.

Nun kommt der produktivste Teil des Tages, denn ab Mittag mache ich in etwa 70% meiner Strecke und gebe bis zum Abend richtig Gas, um mein Ziel von einem 100km-Schnitt zu erreichen. In die Karten spielt mir dabei, dass es eigentlich bisher noch nie Pannen gab, lediglich musste ich einige Male den Schlauch wechseln, was mich im Prinzip etwa 20min kostet (Taschen weg, Austauschen, Taschen rauf). Zum Thema Wasser war es bisher auch noch nie kritisch, es gab ausreichend Supermärkte oder Tankstellen auf dem Weg, sowie eine Vielzahl von frei zugänglichen Wasserstellen, die als Trinkwasser gedacht sind. Hier ein Beispiel:

Wenn es dem Ende des Fahrtages zugeht, kommt der wohl spannendste Teil, die Schlafplatzsuche. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass es vor allem anfangs der Reise eine echte Suche war, da ich versuchte mich gut zu verstecken und mir generell zu viele Gedanken machte. Bereits nach 1-2 Wochen sah ich überspitzt formuliert fast an jeder Ecke einen geeigneten Platz. So durch konnte ich mit der Zeit auf andere Kriterien, wie Wasserquelle, guter Aussicht, Schutz vor Witterung (Wind, Regen) o.Ä. mehr Rücksicht nehmen. Auch war es irgendwann normal bei den Einheimischen oder Restaurants zu fragen, ob sie denn einen guten Platz wüssten oder ganz direkt, ob ich das Zelt bei ihnen aufstellen dürfe. Nachdem man den ganzen Tag selbst mit Fragen gelöchert wird, was man vorhabe und woher man kommt, fühlt es sich mittlerweile nicht mehr befremdlich an einfach auf Leute zuzugehen und sie wiederum um Hilfe zu bitten. In 99% der Fälle werde ich nicht enttäuscht und es wird mir oft sehr gut weitergeholfen, ein Schlafplatz angeboten oder die Erlaubnis gegeben zu campen. Es gibt aber auch seltene Ausnahmen, an denen ich verzweifle und sich einfach nirgends etwas geeignetes finden lässt. Ich suche und suche und muss dann irgendwann im Dunkeln eine Notlösung für eine Nacht finden. Schlimmste Option war dabei das Zelt in einem kleinen Park inmitten einer größeren Stadt aufzubauen. Zum Glück kann ich diese Tage bis jetzt an einer Hand abzählen. Auch hier möchte ich euch einige Beispiele meiner bisherigen Schlafplätze zeigen:

Wie bereits erwähnt koche ich nun im Normalfall abends und stelle danach das Zelt auf. Dass ich das Zelt erst hinterher aufstelle, hat den Vorteil, dass es sich je später man es aufstellt umso weniger aufheizt, denn die Hitze kann schon ziemlich unangenehm sein in einem so kleinen Zelt. Auch wieder davon abhängig wie viel Wasser ich noch dabei habe und ob man eine Wasserquelle in der Nähe hat, kann neben dem Kochen auch der Abwasch noch erledigt werden. Hygienisch ist jedoch meist ein Fremdwort, denn ohne Wasserquelle muss für das ganze Geschirr in den meisten Situationen etwa eine Wasserflasche (1,5l) für den Abwasch reichen. Wie das Kochen aussehen kann, zeigt nachfolgende Bildreihe:

Habe ich es dann nach einem langen Tag endlich ins Zelt geschafft, folgt noch einige organisatorische Dinge abzuarbeiten. Dazu zähle ich die Route für den nächsten Tag zu planen/überfliegen, das Logbuch/Tagebuch zu führen, Emails beantworten und sonstige Kleinigkeiten, die anstehen zu erledigen.

 

Mein bisheriges Fazit:

Im Ganzen muss ich ehrlich sagen, dass es zwar eine Radreise ist, aber bei weitem kein Urlaub in dem herkömmlichen Sinne. Durch den Zeitdruck und die vielen Fahrstunden, der Planung und dem Organisatorischen bleibt meist wenig Zeit für Abstecher oder Ausflüge abseits des Fahrradfahrens. Trotzdem bin ich auf jeden Fall sehr zufrieden, wie es bisher gelaufen ist und hoffe dich so gut es geht mit auf meine Tour genommen zu haben.

 

 

Zusätzlich gilt ein großer Dank denjenigen, die nicht nur mich supporten, sondern auch die beiden Hilfsprojekte in Nepal in Form einer Spende unterstützen.